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Autor: Prof. Dr. Dr. Farhard Hafezi
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Seit über zwei Jahrzehnten gilt das erste Protokoll zum kornealen Cross-Linking (CXL), das „Dresden-Protokoll“, als Goldstandard bei progredientem Keratokonus und anderen Hornhautektasien (1). Es ist einfach, aber langsam: Das Epithel wird abgetragen, damit Riboflavin das Stroma erreichen kann; die Hornhaut wird gesättigt und anschließend 30 Minuten lang mit UV-A-Licht (3 mW/cm²) bestrahlt, was einer Fluenz von 5,4 J/cm² entspricht. Die dabei ausgelöste photochemische Reaktion vernetzt die Kollagenfibrillen des Stromas und versteift es; so wirkt sie der Ektasie entgegen. Der Preis dafür ist der Epitheldefekt: Schmerzen, mehrere Tage Rekonvaleszenz, ein erhöhtes Infektionsrisiko, solange der Defekt offen ist, und höhere Anforderungen an ein steriles Behandlungsumfeld. Das Epi-on-Cross-Linking versprach eine Behandlung ohne diesen Preis und blieb mindestens 15 Jahre lang hinter diesem Versprechen zurück. Heute verstehen wir weitgehend, warum, und die neuesten Protokolle sind darauf ausgelegt, diesen Ursachen entgegenzuwirken. Dieser CME-Beitrag behandelt im ersten Teil die Frage, ob das Epi-on-CXL bereits reif für den Routineeinsatz ist; Teil 2 widmet sich der Rehabilitation des Sehvermögens, welches durch den Keratokonus bereits genommen wurde.
